
suche |
| Zum Frauentag! |
|
|
|
|
Pfeift also einfach mal auf eure Rolle als Frau und seid stattdessen einfach so wie ihr wollt: Mutig, wild und unbequem - und vor allem nicht leise! Zur Geschichte des Internationalen Frauentages Der Internationale Frauentag - jährlich begangen am 8.März - ist eng an die Namen der deutschen Sozialistinnen Clara Zetkin und Käte Duncker gebunden. Auf ihren Antrag hin beschloss am 27. August 1910 die in Kopenhagen tagende II. Internationale sozialistische Frauenkonferenz (100 Delegierte aus 17 Ländern) die Einrichtung eines grenzüberschreitenden gemeinsamen Frauenkampftages, der sich gegen Unterdrückung, gegen Ausbeutung und gegen imperialistische (Einmischungs-)Kriege richten sollte. Dabei wurde bewusst kein gemeinsames Datum fixiert. Zweite Internationale Konferenz sozialistischer Frauen, Kopenhagen 1910 Der Impuls für einen solchen Tag kam aus den USA. Nordamerikanische Sozialistinnen führten bereits am letzten Februarsonntag 1909 das erste Mal einen Frauenkampftag zur Propagierung des Frauenwahlrechtes und der sozialistischen Ideen durch. 20.000 Näherinnen traten in diesem Jahr in Manhattan in einen Streik für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, tausende von ihnen wurden dabei verhaftet. Nach dem Beschluss von Kopenhagen fanden erste Aktionen zum Internationalen Frauentag am 19. März 1911 in Dänemark, in Deutschland, in Österreich, der Schweiz und den USA statt. Millionen von Frauen beteiligten sich daran. Allein in Berlin fanden über 40 verschiedene Veranstaltungen mit insgesamt mehr als 40.000 TeilnehmerInnen statt. Im Mittelpunkt stand das Frauenwahlrecht. Die Wahl dieses Datums sollte den revolutionären Charakter des Frauentags unterstreichen, denn der 18. März war der Gedenktag für die Gefallenen in Berlin während der 1848er Revolution. Clara Zetkin schrieb in der Zeitschrift „Wir müssen Sorge tragen, dass der Frauentag nicht nur eine glänzende Demonstration für die politische Gleichstellung des weiblichen Geschlechts, sondern darüber hinaus der Ausdruck einer Rebellion gegen den Kapitalismus, eine leidenschaftliche Kampfansage all den reaktionären Maßnahmen der Besitzenden und ihrer willfährigen Dienerschaft, der Regierung, ist.“ Bis 1921 wurde der Internationale Frauenkampftag immer an wechselnden Tagen zwischen Ende Februar und Ende April begangen. Warum der 8. März? Einige Ereignisse werden in diesem Zusammenhang immer wieder benannt. Bereits 1857, im Geburtsjahr von Clara Zetkin, marschierte am 8. März durch die Straßen von New York ein langer Zug schlecht gekleideter Frauen. Es waren Arbeiterinnen der örtlichen Textil- und Bekleidungsindustrie, die für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen demonstrierten. Viele von ihnen wurden von der Polizei aus dem Zug herausgegriffen, verhaftet und misshandelt. Bereits drei Jahre nach diesem Zug durch die Straßen von New York gründeten die Textilarbeiterinnen ihre Gewerkschaft. Anderen Quellen zufolge wurde der 8. März als Erinnerung an jene Arbeiterinnen festgelegt, die 1908 an diesem Datum für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen demonstrierten. Um eine Solidarisierung der Gewerkschaften und anderer Belegschaften zu verhindern, wurden diese Frauen vom Fabrikbesitzer und den Aufsehern in der Fabrik eingeschlossen. Aus ungeklärten Gründen brach in der Textilfabrik ein Brand aus und zerstörte sie gänzlich. Nur wenigen der eingesperrten Arbeiterinnen gelang die Flucht; 129 von ihnen starben in den Flammen. 1909 streikten 20.000 Näherinnen von Manhattan. Tausende wurden verhaftet, doch die Unternehmer mussten ihren Forderungen nach 2-monatigem entschlossenem Streik nachgeben. So waren es dann nordamerikanische Sozialistinnen, die 1909 das erste Mal auf nationaler Ebene einen speziellen Frauenkampftag durchführten. Zentrale Forderungen waren:
Außerdem sollte mit dem Datum an den großen Textilarbeiterinnen-Streik in Petersburg vom 8.März 1917 - nach dem alten russischen Kalender der 23. Februar - erinnert werden, der auf andere Sektoren übergriff und eine große Arbeiterinnendemo auslöste. Es wurde der Beginn der «Februarrevolution». Wie ging es weiter mit dem 8. März? 1918 stand das Frauenwahlrecht im Mittelpunkt des Internationalen Frauentages, das im November desselben Jahre endlich eingeführt wurde. In den zwanziger Jahren gewann der Internationale Frauentag als Frauenkampftag international immer mehr an Bedeutung. In der Zwischenkriegszeit 1918 bis 1933 waren die zentralen Themen der legale Schwangerschaftsabbruch und der Mutterschutz. Die Wirtschaftskrise, die damals in ganz Europa herrschte, zwang jährlich über eine Million Frauen abzutreiben. An den Folgen dieser illegalen Abtreibungen starben allein in Deutschland 1931 ca. 44.000 Frauen. Zum andern ging es um Existenzprobleme: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnkürzungen, Senkung der Lebensmittelpreise und Schulspeisung. Forderungen, die uns auch heute nicht unbekannt sind. Zu Beginn der 30er Jahre wurden die Internationalen Frauentage Widerstands-Sammelbecken gegen den drohenden Faschismus. Wenige Tage vor dem 8. März 1933, am 27. Februar, brannte das Reichtagsgebäude. Die KommunistInnen, von den Nazis der Brandstiftung beschuldigt, galten nun als vogelfrei. Alle Demonstrationen und Veranstaltungen, die für den Frauentag vorbereitet waren, fielen unter das Demonstrationsverbot der berüchtigten Reichstagsbrand-Notverordnung, mit der am 28. Februar 1933 die demokratischen Grundrechte außer Kraft gesetzt und der Naziterror legalisiert worden war. Nichtsdestotrotz und unter großen Gefahren gab es vor allem in Berlin und Leipzig noch zahlreichreiche illegale Flugblattaktionen. In dem berüchtigten Frauen-KZ Ravensbrück wurde im Kreis zuverlässiger Antifaschistinnen unter schwierigsten Bedingungen bis zur Befreiung 1945 Frauentagsfeiern durchgeführt. Die „kommunistischen“ Regierungen Osteuropas verstaatlichten den Frauentag und wandelten ihn von einem außerparlamentarischen Internationalen Frauenkampftag zu einem Propaganda-Fest- und Feiertag um. Was nicht ist, braucht nicht bekämpft werden und Frauenkampftage hatten sich nach Auffassung der realsozialistischen Machthaber erübrigt. Bereits 1946 fanden in der damaligen sowjetischen Besatzungszone, der späteren DDR, Feiern zum Internationalen Frauentag statt. In West-Europa gewann der Internationale Frauentag erst Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre mit der Neuen Frauenbewegung wieder an Bedeutung. Die Forderungen der sozialistischen Frauen vom Anfang des Jahrhunderts waren bis auf das Frauenwahl- und Stimmrecht nicht eingelöst. Die Themen wurden erweitert, die Rechte von Lesben und MigrantInnen wurden in den Forderungskatalog aufgenommen. Richtig populär wurde der Frauentag 1980. Damals verbot der DGB-Bundesvorstand seinen Organisationen die Teilnahme an Feiern zum 8. März, weil – so die Begründung – es kein gewerkschaftlicher, sondern ein politischer Anlass sei, an dem sich der DGB aufgrund seines Prinzips der Einheitsgewerkschaft nicht beteiligen könne. In vielen Städten wurde die DGB-Direktive unterlaufen und gemeinsam protestiert und gefeiert. Ein zumindest quantitativer Höhepunkt war wohl 1994 der FrauenStreikTag, an dem sich mehr als eine Millionen Frauen bundesweit beteiligten. Zahlreiche Konflikte, Reibungen und auseinanderbrechende Frauen-Bündnisse ziehen sich durch die Geschichte des 8. März. Der klassenkämpferische Frauenkampf, der Männer mit einbezieht und der feministische Kampf, der das unmittelbare Geschlechtergewaltverhältnis im Zentrum der Kritik verortet, standen sich zeitweise ebenso kompromisslos gegenüber wie die Gleichstellungsfeministinnen den Radikalfeministinnen, die nicht die Gleichstellung von Männern und Frauen anstreben, sondern eine ausbeutungsfreie Gesellschaft. Trotz aller Differenzen, trotz der unterschiedlichen Interessen- und Bewusstseinslagen wurde in vielen Städten am 8. März immer wieder ein neuer gemeinsamer Start gewagt. ---- ---- ---- ---- ---- ---- ---- ---- ---- ---- ---- ---- ---- [Kurzbiographie von Clara Zetkin] Clara Zetkin wurde am 5. Juli 1857 Wiederau (Sachsen) als Clara Eißner geboren und starb am 20. Juni 1933 in Archangelskoje bei Moskau (Grab an der Kremlmauer in Moskau). Clara Zetkin, war seit 1878 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP). Von 1878 bis 1882 arbeitete Zetkin als Erzieherin in Sachsen und Österreich. Wegen der Sozialistengesetze in die Schweiz emigriert, arbeitete sie an dem Parteiorgan "Der Sozialdemokrat" in Zürich mit. Im November 1882 ging sie nach Paris, wo sie mit Zetkin zusammenlebte. Obwohl dem Paar zur Heirat die Papiere fehlten, nahm sie den Nachnamen ihres Partners an. 1889 starb ihr Mann nach langer Krankheit. Von 1892 - 1917 war sie in Stuttgart Redakteurin der SPD - Frauenzeitschrift "Die Gleichheit". In Stuttgart heiratete sie 1897 den Maler Georg Friedrich Zundel. Zwischen 1904 und 1925 lebte sie mit Zundel in Sillenbuch (Villa Zundel). Clara Zetkin setzte sich ein für einen Achtstundentag, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Urlaub für Schwangere sowie die Gleichstellung der Frau im Arbeitsschutzgesetz. Dabei musste sie sich auch gegen Teile der ArbeiterInnenbewegung durchsetzen, die in der Arbeit von Frauen angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in erster Linie eine Bedrohung für die Beschäftigung der Männer sahen. Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale in Paris, den sie mitvorbereitet hatte, referierte sie über die proletarische Frauenbewegung. Sie forderte die vollständige berufliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Frau sowie ihre aktive Teilnahme am Klassenkampf. Auf der ersten Internationalen Konferenz sozialistischer Frauen in Stuttgart 1907 wurde Zetkin zur Vorsitzenden des Internationalen Frauensekretariats gewählt. Auf der zweiten Internationalen Konferenz sozialistischer Frauen in Kopenhagen 1910 initiierte sie die Einrichtung eines Internationalen Frauentags (seit 1921 der 8. März). Gemeinsam mit Rosa Luxemburg war Clara Zetkin gegen die Kriegsunterstützung der Sozialdemokraten, sie wurde 1915 Mitbegründerin des Spartakus- Bundes und 1917 der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands USPD. Als Mitbegründerin der USPD wurde ihr von der SPD die Herausgabe der "Gleichheit" entzogen. 1920 schlug Clara Zetkin «Richtlinien für die Kommunistische Frauenbewegung» vor. Diese verpflichteten u. a. sämtliche kommunistischen Parteien zur Schaffung von spezifischen Organisationsformen für die proletarische Frauenbewegung. Trotz aller Anstrengungen wurden diese Richtlinien in der Praxis kaum durchgesetzt. Seit 1919 war sie Mitglied der neu gegründeten KPD und von 1920 bis 1933 auch KPD-Abgeordnete im Reichstag. Am 30. August 1932 eröffnete sie als Alterspräsidentin den neugewählten Reichstag. In ihrer berühmten Rede kündigte sie den Zusammenbruch der kapitalistischen Gesellschaftsordnung an und plädierte für eine Einheitsfront gegen den drohenden Faschismus. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte sie in die UdSSR. Sie starb am 20. Juni 1933 in ihrem Haus bei Moskau. An der Kremlmauer wurde sie beerdigt, 600.000 Menschen gaben ihr das letzte Geleit. |






['solid] Brandenburg wünscht allen Frauen und Mädchen dieser Welt des Allerbeste zum 8. März. Es geht an diesem Tag um mehr als nur Blumen, denn eine reale Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist in den meisten Teilen der Gesellschaft bis heute nicht verwirklicht. Wir haben anlässlich des heutige Datums die Geschichte des Frauentages für euch zusammengesammelt und hoffen, dass sie euch im alltäglichen Kampf gegen die patriarchalen Herrschaftsverhältnisse inspirieren möge.