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Start der Anti-Atom-Schultour der Linksjugend ['solid] PDF Drucken E-Mail

Am kommenden Donnerstag, den 30. September, wird in Teltow die Anti-Atom-Schultour der Linksjugend ['solid] starten. Anlässlich der kürzlich von der Bundesregierung beschlossenen Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke und des anstehenden Castortransportes im November werden Aktivistinnen und Aktivisten des Jugendverbandes bis Ende Oktober vor brandenburger Schulen auf das Thema aufmerksam machen.


Nicht nur die Anti-Atom-Demos der letzten Zeit haben gezeigt, dass Schwarz-Gelb in der Frage der Atompolitik gegen die Mehrheit der Bevölkerung regiert. Zuletzt gingen am 18. September in Berlin viele zehntausend Menschen auf die Straße, nachdem die Beschlüsse des „Atomgipfels“ bekannt wurden. Die Bundesregierung hatte heimlich mit den 4 großen deutschen Energieunternehmen und den Betreibergesellschaften der Atomkraftwerke eine Laufzeitverlängerung von durchschnittlich 12 Jahren ausgemacht.


Dabei zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, dass Atomkraft alles andere als eine sichere Technologie darstellt. Neben vielen weiteren Gründen gibt es zudem bis heute keine Möglichkeit, den anfallenden radioaktiven Müll zu entsorgen. Mit Erschrecken musste im Probe-Endlager Asse II bereits nach 40 Jahren festgestellt werden, dass Grundwasser in den Salzstock eindrang und kontaminiert wurde. Und das, obwohl das Bundesamt für Strahlenschutz davon ausgeht, dass endgelagerter Atommüll für mindestens eine Million Jahre sicher eingeschlossen sein muss.


Auch deshalb wird der Castortransport im November im Wendland von zahlreichen Gegenveranstaltungen und Demonstrationen begleitet werden. Schultour-Aktivistin Alexandra Seidel fällt ein weiterer Grund ein, sich an den Protesten zu beteiligen: „Die aktuelle Atompolitik verbaut uns auch den Weg in die Zukunft erneuerbarer Energien. Was bringt uns eine Brückentechnologie, wenn ein Ende der Brücke nicht in Sicht kommt?“ Selbst der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, die gezeigt hat, dass eine komplett regenerative Energieversorgung bis 2050 möglich ist. „Doch dafür wären die Milliarden notwendig, die nun weiter in die Atomkraft investiert werden“, so Alexandra Seidel weiter.


Diese und weitere Gründe will die Linksjugend ['solid] nun mit ihrer Schultour an die Schülerinnen und Schüler weitertragen. In Schutzmontur wird an den Schulhöfen nach Möglichkeiten gesucht, die mitgebrachten Atomfässer endzulagern. Los geht es am Donnerstag gegen 9 Uhr am Kant-Gymnasium in Teltow, später gegen 12 Uhr steht noch das Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow auf dem Fahrplan. Weitere Stationen werden in den nächsten Wochen unter anderem Potsdam, Falkensee und Belzig sein.