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MAZ: 1500 Euro für das Café "Madia" PDF Drucken E-Mail
['solid].potsdam: Benefizkonzert und Filmvorführung zum Thema Fairer Handel im Waschhaus ausfairkauft

Wer denkt beim Einkauf schon daran, dass die Bananen nur deshalb so billig sind, weil ihre reiche Ernte in Nicaragua durch das Besprühen mit hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln gesichert wird. Und darüber, dass die Erntehelfer mitbesprüht werden?

Etwa fünf Prozent aller Deutschen nur berücksichtige bei ihrem Konsumverhalten ethische und ökologische Aspekte, teilt "solid - die sozialistische Jugend" in ihrem jüngsten Infoheft mit, das aufklären will über die Möglichkeiten des Fairen Handels, des "Fair Trade". Dessen Grundidee ist eine gerechtere Verteilung des Gewinns aus dem Verkauf von Produkten ärmerer Länder. Um den Erzeugern mehr Lohn zahlen zu können und menschenwürdige Produktionsbedingungen abzusichern, sind "Fair Trade"- Produkte teurer als andere. "Wir sehen hier einen Ansatz für jeden Menschen, die Welt konkret im Kleinen zu verändern", so Steffen Kühne von "solid". Erwerben kann man die mit einem Logo versehenen Erzeugnisse etwa in Weltläden. Das seit 1990 bestehende Café "Madia" in der Lindenstraße ist einer davon.

Neben dem Verkauf von Tee, Kaffee und Schokolade bieten die etwa 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter des "Madia-Arbeitskreis 2/3 Welt e.V." einen täglichen Mittagstisch an. In den Räumen finden Infoveranstaltungen statt und einmal wöchentlich verkaufen hier in Potsdam lebende Afrikanerinnen selbst gekochte Gerichte. Da das Madia der einzige nichtkonfessionelle Weltladen in Potsdam ist, mangelt es ihm selbst oft an finanzieller Grundlage. Deshalb organisierte "solid" am Gründonnerstag im Waschhaus einen Benefizabend. Im Obergeschoss wurde zunächst der Dokumentarfilm "Darwins Alptraum" gezeigt. Regisseur und Drehbuchautor Hubert Sauper präsentiert in dem 2004 erschienenen Film eine Bestandsaufnahme der Folgen der ökologischen Katastrophe im tansanischen Mwanza, nachdem in den 60ern in einem Experiment der nichtheimische Nilbarsch im Viktoriasee ausgesetzt wurde. Als der Fisch etwa 400 andere Arten vernichtet hatte, waren 95 Prozent der Fischer arbeitslos.

Im Anschluss fand ein Konzert mit "Fortunate Fools", "Maggie`s Farm" und "Don Kopischke" statt. Alle spielten ohne Gage. Die Rock'n'Roll- und Rage-Cover-Versionen hatten rund 450 junge Leute angezogen, sagte Kühne. Am Ende erhielt Madia 1500 Euro.

MAJA STARKE

Märkische Allgemeine Zeitung, 15.04.2006