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| Presseerklärung: Wirtschaftsfähigkeit ist keine Bildungsqualität (20.08.2009) |
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Zum Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Wenige Wochen erst nachdem im Juni tausende SchülerInnen, Studierende und Auszubildende in ganz Brandenburg auf die Straße gingen, weiß es die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" jetzt natürlich besser und läutet zur Entwarnung: Das Bildungssystem in Brandenburg habe sich laut der Studie "Bildungsmonitor" deutlich verbessert. Woher diese Wahrnehmungsdiskrepanz stammt ist offensichtlich: Unverhohlen bekennt sich die Studie zu einer Perspektive, die Bildung ausschließlich als Leistung an die Wirtschaft, zur Bereitstellung williger und fähiger Arbeitskräfte, auffasst. "Ziel kann es jedoch nicht sein, durch eine Inflationierung von Abschlüssen die formalen Qualifikationen zu erhöhen. [...] Außer dem formalen Bildungsniveau ist wesentlich, dass das Humankapital möglichst früh am Arbeitsmarkt genutzt werden kann." (aus dem Leitmotiv der Studie) Doch nicht nur wird die Bildung des Menschen unter die Prämisse der Wirtschaftstauglichkeit gestellt, der Sinn des ganzen Bildungssystems wird in der Studie auf die Bereitstellung sogenannter (Wirtschafts-)Wachstumstreiber degradiert. "Die Indikatoren der Studie beschränken sich fast nur auf Faktoren die für Wirtschaft und Industrie interessant sind. Geisteswissenschaftliche Fächer finden da genauso wenig Beachtung, wie die ständig steigende Leistungsdruck an den Schulen, Hochschulen und Ausbildungsstätten. Diese Studie bewertet nicht die Qualität des Bildungssystems, sondern ist eine Beurteilung aus Unternehmerperspektive." kritisiert Thomas Popp, Student an der Universität Potsdam und Landessprecher der Linksjugend ['solid] fest. So fließt etwa die Qualität des sog. MINT-Bereichs (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) besonders stark in die Bewertung ein. "Aufgabe der Bildung sollte es nicht sein 'Humankapital' für die Wirtschaft zu züchten, sondern Menschen zu emanzipierten Individuen zu erziehen und ihnen eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu ermöglichen. Das ist die eigentliche Bildungsmisere." stellt Thomas Popp fest. |





