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Aufruf: Lernfabriken abschalten – Schulgesetznovelle stoppen! PDF Drucken E-Mail

Aufruf von ['solid] Brandenburg zur SchülerInnendemo am 12.12.2006 ín Potsdam

„Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir.“ Aber was? Anpassung, Disziplin, Konkurrenz – wir lernen zu funktionieren. Wer da nicht mitkommt, wird bestraft: Strafarbeiten, schlechte Noten, die Drohung sitzen zu bleiben. Der Schulalltag ist durch klare Machtstrukturen geprägt.

Nicht die Schülerinnen und Schüler entscheiden als Betroffene, sondern die LehrerInnen bestimmen in der Regel über ihre Köpfe hinweg.

 Doch damit nicht genug. In Brandenburg versucht die Landesregierung zum 16. Mal das „System Schule zu modernisieren“. Das bedeutet aber nicht, dass es mehr Mitbestimmungsrechte für SchülerInnen, kleinere Klassen und Kurse oder ausreichende kulturelle und sportliche Angebote an den Schulen geben soll. Im Gegenteil, durch die Novelle werden die bestehenden Probleme verschärft.

 

Kommerzialisierung der Schulen

Schon heute übersteigen die weltweiten Ausgaben für Werbung die Bildungsetats der Nationalstaaten um ein Vielfaches. Die Schule muss einen werbefreien Raum bieten, in dem SchülerInnen ihre Interessen und Fähigkeiten frei ausbilden können.

 

Selektion und Leistungsdruck

Durch strenge Eignungstest und gute Noten als Bedingung für die Zulassung zu Gymnasien wird schon in der frühen Jugend über den weiteren Lebensweg eines Menschen entschieden. Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien werden von klein auf benachteiligt. Gleichzeitig werden in ganz Brandenburg 35 Begabtenklassen für die „Elite“ eingerichtet. Die Spaltung in Arm und Reich wird so schon in der Schule befördert.

  

Disziplin und Anpassung

Als neues Druckmittel um Anpassung zu erzwingen und die SchülerInnen zu funktionierenden „Bildungsempfängern“ zu machen sind bereits Kopfnoten eingeführt worden. Diese zwingen die SchülerInnen den Vorstellungen der Lehrkräfte von einem gehorsamen Schüler zu entsprechen. Individualität und persönliche Vorstellungen werden abgewürgt.

Die neue Schulgesetznovelle soll vom 13. bis zum 15. Dezember im Brandenburger Landtag beschlossen werden. Dies gilt es zu verhindern. Bildung soll Selbstbestimmung und die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensumfeld ermöglichen. Wir wollen ein Schulsystem mit mehr Selbstbestimmung, individuellen Freiräumen und gerechten Chancen für alle SchülerInnen anstatt einem Mehr an Selektion, Kommerzialisierung und Leistungsdruck.

  
 

Werdet aktiv, seid kreativ, beteiligt euch an der Demonstration gegen die Schulgesetznovelle.

 

>>> 12.12.2006 | 11:00 Uhr | Potsdam, Alter Markt

bildet euch, bildet andere, bildet banden.

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