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Bericht: Naziaufmarsch in Frankfurt Oder (31.01.2007) PDF Drucken E-Mail

Staatsgewalt schützte Naziaufmarsch

Der 27. Januar. Der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee. Die NPD demonstrierte an diesem geschichtsträchtigen Tag. Ein Blockadeversuch scheiterte leider. Um 11 Uhr begann die NPD mit ihrer Kundgebung auf dem Dresdener Platz.

Zeitgleich hatten sich etwa 600 Menschen auf der "Meile der Demokraten" zusammengefunden, um mit zivilbürgerlichen Maßnahmen, wie Unterschriftensammlungen für ein NPD-Verbot, oder dem Verteilen von Aufkleber gegen rechts, ihrem Ärger über die NPD-Demonstration Luft zu machen. Der Versuch, von Antifagruppen, ['solid] Fürstenwalde, u.a., eine Sitzblockade zu errichten um den Nazis den Marsch durch die Stadt unmöglich zu machen, scheiterte leider am frühen Eingreifen der Staatsgewalt, sowie der mangelnden Beteiligung der anwesenden Bevölkerung, deren Engagement gegen Nazis hier auf seine Grenzen stieß. Die Polizei ging energisch gegen die friedlich demonstrierenden Jugendlichen vor. AktivistInnen bekamen Knietritte oder Polizeihelme ins Gesicht, wurden nur an den Haaren aus der Blockade gezogen, oder durch unbegründet harte Stöße durch die Polizei, wieder an den Straßenrand befördert. Auch vor dem Einsatz von Pfefferspray wurde seitens unserer "Freunde und Helfer" nicht zurückgeschreckt. Schließlich wurden die Jugendlichen auf dem Bürgersteig eingekesselt und die NPD konnte Ihren Marsch ungehindert fortsetzen. Nach dem Auflösen des Kessels wurden die AktivistInnen weiterhin stark eingeschrängt. Ein Mitstreiter wurde grundlos von einem Polizisten im hohen Bogen mit dem Rücken auf eine Bordsteinkante geschleudert. Auch sonst taten die Polizisten ihr möglichstes, um die Faschisten zu beschützen. Jeder noch so kleine Zugang zum Frankfurter Bahnhof, an dem die Demo enden sollte, wurde blockiert. Auch der kreative Versuch dreier Aktivistinnen, die Blockaden über einen Hügel zu umgehen, wurde zunichte gemacht.

Wenn man jetzt resumiert, muss man zu dem Schluss kommen, dass dies ein trauriger Tag für die Stadt Frankfurt (Oder) war. Wenn bei einer Einwohnerzahl von knapp 50 000 Menschen nur 600 auf die Straße gehen um gegen Nazis zu demonstrieren, so muss man sich fragen, ob es den restlichen 49.400 Einwohnern egal war, ob die Nazis dort demonstrieren, oder ob sie die Meinungen der Faschisten nicht nur billigen, sondern sogar teilen.