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| Bericht: Halbe im März 2007 - Faschisten gehen baden |
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Proteste gegen Naziaufmarsch in Halbe am 03. März 2007
Kalt jagte der Wind durch die Straßen. Kräftig schlug der Regen auf die Köpfe der Demonstrierenden. Der Hamburger Neonazi Christian Worch hatte wieder einmal zum pervertierten Heldengedanken in Halbe aufgerufen. Ursprünglich wollten die Neonazis bis zum Friedhof marschieren, doch durch die Gegendemonstration und verschiedene Auflagen der Polizei konnte Worchs Demonstration nicht wie geplant ablaufen. Eigentlich wollten sie sich am Bahnhof sammeln. Auch das ging schief. Sie versuchten auch schon am frühen Nachmittag zu marschieren, doch da die Demonstration der Neonazis erst am späten Nachmittag begann, standen die angereisten Neonazis lange Zeit im Regen - ein (kleiner) Grund zur Freude für die angereisten GegendemonstrantInnen. Erst am späten Nachmittag konnte das "Heldengedenken" beginnen. Einige Hundert Neonazis warteten zunächst auf den Beginn ihrer Demonstration, doch als der Regen stärker wurde, verließen die Ersten ihre Demo bevor sie überhaupt angefangen hatte. Lange müssen die Faschisten ausharren, am Friedhof und an der Straße, die zu ihm hinführt, stehen antifaschistischen GegendemonstrantInnen auf zwei Gegenveranstaltungen. Mehrere Stunden vergehen, während die Demonstrationen der Neonazis nicht beginnen kann. Mit friedlichen Blockaden versuchen die GegendemonstrantInnen den Aufmarsch der nur noch etwa Einhundert Neonazis zu verhindern. Eine Gruppe gemischten Alters und mit verschiedenem sozialen Hintergrund versucht die Straße zu blockieren. Wie üblich ging die Polizei jedoch massiv gegen den antifaschistischen Widerstand vor. Der vielbeschworene "Aufstand der Anständigen" bleibt anscheinend weiterhin ein Lippenbekenntnis. Von der Polizei wird der Protest der Gegendemonstration, wie auch auf anderen Demonstrationen gegen Neonazis kriminalisiert. Die Blockade musste weichen, damit Faschisten marschieren konnten. Einigen AntifaschistInnen gelingt es immerhin, ein Transparent direkt über der Route der Neonazis anzubringen: "NS-Verherrlichung stoppen" heißt es nun über der Straße. Die Beteiligung am Aufmarsch der Neonazis war diesmal deutlich geringer als zuvor, doch auch die Zahl der GegendemonstrantInnen war kleiner. Am vergangenen Wochenende waren nicht, wie im vergangenen November, MinisterInnen der rosa-schwarzen Regierungskoalition zu sehen. Engagierte BürgerInnen und linke Jugendliche stellten den Großteil der Protestierenden. Mit dem schwindenen Medieninteresse verbindet sich auch das Fernbleiben prominenter PolitikerInnen. Denn am vergangenen Wochenende konnte sich niemand profilieren und in die Kamera lächeln. So bleibt antifaschistischer Protest eine Aufgabe und Herausforderung für alle Bürgerinnen und Bürger. Entgegen der Sonntagsreden und vielbeschworenen Wachsamkeit der Politik, ist eine angemessene Strategie gegen den anwachsenden Rechtsextremismus in der Gesellschaft noch nicht gefunden. |





